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Business Capability Eine Geschäftsfähigkeit (englisch: Business Capability) im Rahmen eines Enterprise Architektur Managements (EAM) bezeichnet eine grundlegende Fähigkeit, die ein Unternehmen benötigt, um seine Geschäftsziele zu erreichen und Werte zu schaffen. Es handelt sich um eine abstrakte Ebene der Beschreibung dessen, was ein Unternehmen leisten kann, losgelöst von den Prozessen, Organisationen oder Technologien, die zum Erreichen dieser Fähigkeiten eingesetzt werden.

Geschäftsfähigkeiten fokussieren sich auf das Was des Unternehmens - was das Unternehmen leisten muss, um erfolgreich zu sein - und nicht auf das Wie, also nicht darauf, wie diese Leistungen erbracht werden. Diese Fähigkeiten sind in der Regel stabil über die Zeit und ändern sich nicht so schnell wie Prozesse, Anwendungen, Organisationen oder Technologien. Sie ermöglichen es Managern und Enterprise Architekten, das Unternehmen aus einer höheren Perspektive zu betrachten, um besser zu verstehen, wo Investitionen oder Verbesserungen notwendig sind.

Einige Beispiele für Geschäftsfähigkeiten könnten beispielsweise sein: Kundenbeziehungen pflegen, Produkte entwickeln, Logistik durchführen oder Finanzen verwalten. Die Beschreibung einer Geschäftsfähigkeit sollte immer mindestens aus einem Subjekt und einem Verb bestehen. Wenn der Bezug zur Geschäftsstrategie hervorgehoben werden soll, kann man zusätzlich noch das zu erreichende Ziel in die Geschäftsfähigkeit mit aufnehmen:

[Subjekt] [Verb] um [zu erreichendes Ziel]

Beispiel:

Kundenbeziehungen pflegen um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen

Da es sich hierbei um vollkommen abstrakte Entitäten handelt, sollte ihre Anzahl kleingehalten und sie sollten nicht kaskadiert werden. Geschäftsfähigkeiten helfen dabei, eine Brücke zwischen der Geschäftsstrategie und der IT-Strategie zu schlagen, indem sie einen gemeinsamen Rahmen bieten, innerhalb dessen Diskussionen über Investitionen, Priorisierungen und strategische Ausrichtung geführt werden können. Sie ermöglichen es Unternehmen auch, ihre Ressourcen effizienter zu allokieren und sicherzustellen, dass ihre IT-Investitionen direkt zur Erreichung der Geschäftsziele beitragen. Sie sind nicht dazu geeignet, Anwendungen oder Teams zu strukturieren.

Geschäftsfähigkeiten können in  Domänen gruppiert sein und werden durch Geschäftsprozesse, IT-Produkte und letztendlich Anwendungen realisiert.

Geschäftsfähigkeiten als Teil von Domänen inkl. ihrer Beziehungen
Geschäftsfähigkeiten als Teil von Domänen inkl. ihrer Beziehungen

In größeren IT-Landschaften kann es sinnvoll sein, zwischen einer Business Capability und einer Technical Capability (Technischen Fähigkeit) zu unterscheiden. Letztere würde alles beschreiben, was nicht direkt dem Geschäftsbetrieb dient, aber für den Betrieb der Anwendungen notwendig ist. Zum Beispiel: Cloud-Betrieb, Anwendungsüberwachung, etc.